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Katharina Berthold

Schweizerin, lebt und arbeitet in Basel, Schweiz





Künstlerstatement


Welcome to the post-biological golden age!! Join the happy cyborgcloningparty

Biomorphe gleichgültig gegenüber den Geistern, die sie nicht bewohnen, erschaffen sich aus einer Kakophonie an unkontrolliertem Fleisch mittels "negativer Selektion", einer  Zuchtwahl des Defizitären. Favorisiert wird wer "survival of the unfittest" praktiziert und die optimale  Angleichung an den vom "post nuclear bang" definierten Raum realisiert.

Eine Neuproduktion von Hybridformen die nicht mehr nur auf Kohlenstoffbasis

agieren, sich mit anorganischen oder technoiden  Elementen zu einer funktionierenden Einheit kurzschließen, unplanmäßig anarchisch wuchern und meist ihren eigenen Wirt nach geraumer Zeit zerstören, entstehen. Naturgesetzlichkeiten wie Schwerkraft & begrenzte Temperaturspannen sind für diese Art Lebensform nicht mehr relevant. Die alte Metabolismusmaschine mit ihren tausend repetitiv & stereotyp ablaufenden Verhaltensschaltkreisen, dieser düstere Irrläufer der Evolution mit seinem verschwindend kleinen Entwicklungsfenster ist Geschichte.


Über die Arbeiten von Katharina Berthold

Katharina Berthold kreiert frei konzipierte Hybridwesen, die sich gerade in der ablaufenden Weltkatastrophe, aus dem totalen virtuellen Chaos heraus, einen neu sich formierenden Lebensraum aufbauen und ihn gegen die Katastrophen auslösenden Kräfte absichern, verteidigen und stabilisieren. Ihre skurrilen Fantasmagorien erproben den totalen Untergang menschlichen Daseins mit der sich daraus resultierenden Konsequenz des Überlebens nicht-organischer Vitalitäten und Cyborg-Mischwesen. Sie greift dabei in Bildinhalt und Betitelung Bereiche meist aktueller biologisch-medizinischer und chemo-physikalischer Forschung oder Themen von historischer Brisanz auf, die bei entsprechendem Missbrauch oder Fehlverhalten zur potentiell zerstörerischen Zeitbombe mutieren. „Agent green“ beispielsweise  fungiert als Drohne, deren einzige und automatisierte Aufgabe in der „Liquidierung von organischen Restsubstanzen des kläglichen Säugetierprimatendaseins“ liegt, und die damit Cyborg Göttern huldigen, die sich selbst updaten und auf den neuesten technologisch-wissenschaftlichen Stand bringen. Der Titel ist in Anlehnung an agent orange zu verstehen, dem Entlaubungsgift CAS 39277-47-9, welches im Vietnamkrieg  eingesetzt wurde, zur Verödung des Saatgutes ganzer Landstriche führte und in der Bevölkerung bis zur heutigen Generation zersetzende Mutationen hinterließ, die Missbildungen und Krebsleiden mit sich brachten und bringen.

Dieser inhaltlichen Dramatik steht eine an das infantile Kindchenschema von Manga-Figuren abzielende Darstellung der Protagonisten sowie eine überästhetisierende Farbgebung des Bildraumes gegenüber, wodurch Katharina Berthold den Pathos des Katastrophalen ins Sarkastische umwendet. Ihre als Digital oder Ink Jet Print fertig gestellten Zukunftsvisionen entstehen im Computer als digitale Malerei, die sich methodisch-technisch am ehesten der Pixel-Art zuordnen lässt. Innerhalb eines virtuellen Raumes werden die entsprechenden Objekte mittels Polygonen konstruiert. Dabei werden die Raumkoordinaten der einzelnen Abtastpunkte berechnet und miteinander zu einem digitalen dreidimensionalen Objektbild verkettet, welches aus unterschiedlichen Dreiecken besteht. Die Setzung eines derartigen Dreiecks kann als eine Art digitaler Pointillismus angesehen werden. Während sich bereits Sigmar Polke und Roy Lichtenstein in den 60ziger Jahren des letzten Jahrhundert der aus der Drucktechnik entlehnten Punkteraster zur Darstellung banaler Alltagsmotive bedienten, erreicht Katharina Berthold durch Verwendung eines ähnlichen Einzelbausteines, dem Polygon, den gegenteiligen Effekt – nicht die grobe Auflockerung des Gesamtbildes, sondern einen in sich homogenen, der dritten Dimension annähernden virtuellen Bildraum. So verbindet Katharina Berthold inhaltlich wie technisch aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen. Doch so puristisch sie in ihrer malerischen Darstellung ist, so rückhaltig bleiben ihre kritischen Inhalte am Betrachter haften.


Vita

1973               geboren, Schweiz

1996 - 1997  Hochschule für Gestaltung (HGK) in Basel: Vorkurs

1997 - 1998  HGK Basel: Basiserweiterungsklasse (Fläche)

1999 - 2003  F+F Schule für Kunst und Mediendesign Zürich: Kunstausbildung

2002               School of Audio Engineering (SAE) Zürich

2005               Diplom an der F+F Schule für Kunst und Mediendesign Zürich

2006               6 Wochen Artist in residence, Amsterdam, Niederlande


Einzelausstellungen

2008               mbf-kunstprojekte, Freiburg

                       Galerie Unique, Köln

2007               Galerie Hrobsky Showroom, Wien, Österreich


Gruppenausstellungen

2008

Scope, Basel, Schweiz

Tease Art Fair, Köln

Lichtfeld 8, Basel, Schweiz

2007

Chelsea Galerie H95, Basel, Schweiz

Lichtfeld 7, Basel, Schweiz

The Manga Generation oder die Kinder Murakamis, Kunst Raum Riehen, Schweiz

Regionale 8, Kunsthalle Palazzo  Liestal, Schweiz

Kunst Zürich 07,Internationale Messe für Gegenwartskunst, mit European Art Project, Zürich, Schweiz

2006

“human distribution systems”, Lichtfeld 6, Basel, Schweiz

“ take the long way home”, Galerie BMB, Amsterdam, Niederlande

Regionale 7, Kunst Raum Riehen, Schweiz

Regionale 7, Kunstverein Freiburg

2005

Ernte`04, Kunstankäufe des Kantons Basellandschaft, Basel, Schweiz

Lichtfeld 5, Jacob Burckhardt Haus, Basel, Schweiz

Messe Berliner Liste 05 mit European Art Project

2004

Regionale 5, Kunsthaus Baselland Muttenz/Basel, Schweiz


Arbeiten in öffentlichem Besitz

Kunstverein Rhein/Ruhr

Kulturdirektion von kulturelles bl, Basel Schweiz