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Jan Davidoff







Die Faszination des Alltags

Faszination ist das Wort, welches den jungen Künstler Jan Davidoff antreibt und ihm ein neues Sujet nach dem anderen liefert. Faszination gegenüber den unterschiedlichsten Dingen des Alltags, die jedem von uns auffallen und begeistern könnten, allem voran der Mensch in seinem Lebensraum und seinen Lebenssituationen, aber auch Menschengeschaffenes. Jan Davidoff durchlebt die Geschehnisse seines Umfeldes mit den neugierig filtrierenden Augen eines Journalisten, doch ist es nicht die Suche nach Sensationen, die Ihn motiviert, eher das Gegenteil, das verdeckte Besondere im normalen Alltag gilt es für seine Malerei als Motiv zu entdecken: Fußgänger, Fahrradfahrer, Autoschlangen, Baustellen, Menschen bei Ihrer Arbeit oder im Urlaub werden von Jan Davidoff festgehalten. Eine Faszination für das Banale? Nein, aus dem augenscheinlich Banalen wird der zentrale Moment extrahiert, kondensiert und gewinnt dadurch an Besonderheit. Das Typische an jeder einzelnen Alltagsszene evoziert das Erinnerungsvermögen des Betrachters, bis sie/er ihre ganz persönlich gelebte Szene vor Augen hat. Wer von uns ist nicht schon mal an einer riesigen mehrspurigen Straße stehen geblieben und hat fasziniert das Vorbeirollen von hunderten von Fahrzeugen bewundert; oder in einer Fußgängerzone das Aneinandervorbei der Menschenmassen, oder das wohl organisierte Chaos einer Großbaustelle. Das konkrete wo spielt dabei keine Rolle, der Mechanismus der Erinnerung ist das Faszinierende. Jan Davidoff reduziert diese zum Teil überfordernden Gesamteindrücke auf ein Minimum – inhaltlich wie formal. Inhaltlich genügen drei Radfahrer um an Chinas Fahrradströme denken zu lassen; ein Strommast um sich eine Überlandverbindung vorzustellen; oder ein Straßenzug, um Großstandluft zu atmen. Formal werden die Szenen ihrer ursprünglichen Detailhaftigkeit und Umgebung entrissen und umrissartig in einen annähernd monochromen Hintergrund eingefügt. Was bleibt sind aus zahlreichen Lasurschichten zusammengetragene fast scherenschnittartige Konzentrate auf das Wesentliche.

In Jan Davidoff’s neuster Serie „Black N’ Gold“ geht es zunehmend mehr um das Einzelindividuum. Auf fließenden goldenen Hintergründen sind konturenhaft meist junge freakige Charaktere zu sehen mit Gitarre am Boden, Zigarette im Mund, oder nachdenklich gesenktem Kopf und Händen in den Taschen - junge Künstler  am ständigen Scheideweg Ihrer Existenz? Black N’ Gold – der Abgrund und der Aufstieg, die Faszination des bohèmen Lebens. Diese Problematik kommt auch in den Treppenbildern zum Tragen, wo zahlreiche Individuen sich auf ihrem Weg nach oben und nach unten ständig kreuzen. Wie eng liegt doch hier Erfolg und Misserfolg beisammen. Spiegelt  etwa „Black N’ Gold“ des Künstlers tiefeigenstes Befinden wieder, steht er selbst doch als Künstlertipp von WELTKUNST gerade am Anfang einer viel versprechenden Entwicklung.    



Vita

1976               geboren in Norden

1983-1986     Schule in St. Martins, Canada

1999-2001     Fachoberschule für Gestaltung, München

2001-2003     Studium der Architektur, München

2002               Freies Atelier der Bildenden Kunst – Alexsander Kolenc, München

2003               Studium der Bildenden Künste, Akademie der Bildenden Künste München

                       Klasse Prof. Imhof (Lithographie), Klasse Prof. Kasseböhmer (Malerei)

2004-2007     Klasse Prof. Anke Doberauer (Malerei)

                       Studienreisen nach China, Indien, Amerika

2007               Klasse Prof. Günter Förg (Malerei)

2008               von der Zeitschrift WELTKUNST als Künstlertipp empfohlen (01/2008)

Jan Davidoff lebt und arbeitet in München.



Ausstellungen

2008

Art Karlsruhe, Solo-Ausstellung bei Galerie Maurer

Artfair Palmbeach 3, USA, mit Galerie Terminus

2007

Galerie Terminus

Galerie Biedermann, München

Galerie Maurer, Frankfurt

Allianz Mondial, München

Schütz und Staby, München

2006

Galerie Traversée, München

Schütz und Partner, Berlin

Galerie Biedermann, München

Arte Contemporanea e Hiv, Rom

Sammlung Stankiewicz, Burg Raabs Österreich

Galerie 18m „Terminal 1“, Berlin

Galerie artMbassy „Terminal 1“, Berlin

Msf Kunstverein „Line up“, Freising

2005

Museum der unerhörten Dinge, Galerie 18m, Berlin

Galerie Traversée „Ortung“, München

Rodenstock, München

Hotel Maritim, Köln

2004

Galerie Thomas, Kunstmesse Köln

Galerie Thomas, Kunstmesse München

2003

Förderpreis der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien

Förderpreis ADAC

Gründung „Waschbar“, München

1998

Stiftung Pfennigparade, München

Szenenbild Fotostudio Lux one, München

Mitarbeit an verschiedenen Szenenbildner für TV, Theater, Kino