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Marco Meiran

German, lives and works in Berlin







Für einen jungen Berliner Künstler begibt sich Marco Meiran mit seiner abstrakten Malerei in noch relativ ungewohnte
Akzeptanzbereiche der allgemeinen Kunstwertschätzung; gleichsam  fügen sich seine Arbeiten in eine neue erfrischende,
nicht narrative, nicht figurative Malerei ein, deren Anfang erst vor wenigen Jahren von Künstlern wie Tomma Abts, Mark
Grotjahn oder Torben Giehler angestoßen wurde. Die lange Zeit verschmähte Verwendung geometrischer Grundelemente
wie Kreis, Quadrat, Dreieck und Linie erfahren in Marco Meirans Arbeiten geradezu eine ostentative Betonung. Jedes
Element ist mit akribischer Perfektion und handwerklicher Sauberkeit von seinem Nachbarn abgegrenzt. Die einzelnen
Formen setzten sich durch Verwendung kräftiger Komplimentärfarben deutlich voneinander ab. Die Flächen sind teils streng
monoton gehalten, teils in mustergültigen Hell-/Dunkel- und Intensitätsübergängen aufgelockert, einzelne durch amorph
schlierende, transparent verwaschene Farbfelder gebrochen. Durch ein raffiniertes Überschichten und Unterordnen von
Farbe und Form als auch durch ein gekonntes Positionieren von Winkeln, Geraden und Bögen entgeht Marco Meiran einem
emotionslosen Konstruktivismus; vielmehr gelingt es ihm, einen vibrierend aufgeladenen dreidimensionalen Kosmos auf der
planen Leinwand zu komponieren, in welchem sich frei schwebende und gegenseitig bedingende Farbelemente zu einem
geschlossenen und in sich ruhendem Ganzen zusammenfügen. Vollständig zufällig und frei gewählt sind Marco Meirans
Kompositionen dennoch nicht. Am Anfang seines Schaffensprozesses stehen einzelne Seiten aus unterschiedlichen
Hochglanzmagazinen, welche den Künstler spontan und instinktiv berühren. Diese Seiten werden herausgetrennt und zu
kleinen Zeichnungen verarbeitet, indem unterschiedliche Konturen und Formen flächig mit Markerstiften übermalt werden,
bis die figurative Vorgabe unter geometrischen Farbfeldern vollständig verschwunden ist. Diese dienen als Vorlage für
Leinwandarbeiten, wobei die kompositorische Weiterentwicklung nicht streng am Ausgangsbild hängt, sondern sich
stufenweise entwickelt. So offerieren die Bilder von Mario Meiran nicht ausschließlich rein abstrakte Farbkompositionen,
sondern ermöglichen eine Vielzahl unterschiedlicher Sichtweisen und freier Assoziationsmöglichkeiten.