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Raúl de Zárate

Kubaner, lebt und arbeitet in Berlin

Medien: Film und Malerei


Filme:

Das Signal, 2011, 10 min

Beyond the impuls, 2010, 45 min

Before the day comes, 2008, 59 min


Ausstellung "Die Dosis", 30.06.-30.07.2011




Rául de Zárate plante sein Leben als Akademiker und Naturwissenschaftler. Geboren und aufgewachsen in Cienfuegos, Kuba,
begann er seine Hochschulzeit mit dem Ingenieurstudium der Mechanik und wechselte nach einem Jahr zu den Fächern
Nukleartechnik und Ökonomie. Kurz vor seinem Abschluss 1992 wurde er wegen oppositioneller Aktivitäten der Universität
verwiesen und kurze Zeit später seines Heimatlandes. In Berlin gestrandet, begann setzte er sein Leben als freischaffender
Künstler fort. Seine aktuelle Ausstellung „Die Dosis“ reflektiert in unterschiedlichen Selbstbildnissen auf die Gefühlszustände
des Verstoßenen, der im Exil sein verpatztes Leben neu zu organisieren und strukturieren versucht und sich dabei zwischen
traumhaften Wahnvorstellungen und Existenzangst verliert. Die Bilder neben Bezug auf Rául de Zárate jüngsten Kurzfilm
„Das Signal“, in welchem er den suchenden Künstlers darstellt. Der Film ist Arturo González Dorado gewidmet, einem
Kubanischen Literaten, welcher durch seine oppositionelle Haltung und Schriften inhaftiert wurde. In seinen Werken kommt
der Verlust an Freiheit, die Vernichtung der Individualität und die daraus resultierende idealisierte Zukunft, die Unsicherheit
über die eigene Existenz und die Sehnsüchte und Leiden des Enttäuschten zum Tragen. Bereits der erste Film von Rául de
Zárate, „Before the day comes“, nahm zu einem Kubanischen Poeten und Dissidenten Bezug auf, nämlich zu Reinaldo Arenas
autobiographischem Roman „Before Night Falls/Antes que anochezca“, den Julian Schnabel im Jahr 2000 verfilmte. Die
Komplexhaftigkeit der menschlichen Existenz, Thema seines zweiten Films „Beyond the impulse“, ist für Rául de Zárate
ein Grandiosum, welches er versucht, für sich zu erkennen und zu verstehen. Rául de Zárates Bilder und Filme zeigen,
daß existentialistische Fragen und Themen auch im 21. Jahrhundert ihre Berechtigung finden, eventuell sogar mehr als wir
uns zugestehen wollen.



Ausstellung "Die Haut die mir die Nacht schenkt", 26.07.-30.08.2008





"Man sieht nie das Ganze, sondern nur eine Seite, also bestenfalls die halbe Wahrheit (...) Die Silhouette sagt sehr viel mit sehr wenig Information“ (Kara Walker über Scherenschnitte).

Ähnlich verwendet Raúl de Zárate in seinen Arbeiten die Silhouette schwarzer Figurationen als Traumfragmente, die scheinbar schwebend in locker ineinander gestaffelte Farbfelder aus freudig bunten Wellenformationen gesetzt sind. Während die farbfrohen Raumstrukturen an Formmuster der Hippie-Bewegung der 68er Generation erinnern und die Atmosphäre eines Karibikurlaubs mit Flower-Power-Lebenslust transportieren, entpuppen sich die Schattenelemente als teils rationale teils irrationale Motive, die gerade in ihrer unschlüssigen Kombination rätselhafte, oftmals auch schaurige Geschichten zu erzählen versuchen, deren Hintergründe und Zusammenhänge jedoch stets verdeckt bleiben. So sieht man eine Frau, die mit ihren Händen einen Totenkopf gegen ein Gehirn abwiegt; ein menschlicher Torso mit Spechtkopf; ein Elefant neben Hanfblättern, ein Cowboy neben Krokodillzähnen, zerrissene Gliedmaße und im Nichts verlaufene Köpfe, aber auch gelegentlich Schattenmenschen in vergnüglichen Momenten, und immer wieder den Totenkopf.

Raúl de Zárates Traumdarstellungen weisen auf die Ängste und Sehnsüchte, Erinnerungen und Wünsche hin, die Nacht auf Nacht in jedem von uns Menschen mal mehr mal weniger bewusst sich im Schlaf als gelebte Geschehen wiederholen, die realitätsbezogen sein können, doch meist dem kausal-logischen Denken entfremdet sind und nach dem Erwachen nur noch bruchstückhaft bewusst werden. Die Mischung aus Alptraum und Ersehntem mag immer wieder von autobiographischen Elementen des aus Kuba nach Deutschland ausgewanderten Künstlers gespeist sein, die sich um die fundamentalen Fragen der Existenzialität drehen, sowohl materiell wie ideologisch, damit aber gleichzeitig für jedermann Bedeutung entfalten kann.


Vita

1969   geboren in Cienfuegos, Kuba

1987   Abitur. Ingenieurstudium der Mechanik

1988   Studium der Nukleartechnik und Ökonomie, Arbeit als Lehrer in Kuba

1992   Ausschluss aus der Universität wegen oppositioneller Aktivitäten

1993   Ausweisung aus Kuba/Auswanderung nach Deutschland

Raúl de Zárate lebt und arbeitet in Berlin


Einzelausstellungen


2011   Die Dosis, mbf-kunstprojekte, München

2008   Die Haut, die mir die Nacht schenkt, mbf-kunstprojekte, Freiburg

2005   Die Umstände des Träumens Artbuero Berlin Ltd. – Galerie

2004   Anamnese, Gallery Elizabeth Kang Sabel, Berlin, Deutschland

2002   Circunstancias, Artco Galerie, Leipzig, Deutschland

           Circunstancias, Kunstpunkt Berlin, Berlin, Deutschland

2001   Circunstancias, Feuerwache, Spinnerei Leipzig, Deutschland

2000   Raices al aire, Galerie German Art Agency, Berlin, Deutschland

1998   Locomocion, Acud Galerie, Berlin, Deutschland

           Memoria, Sirupscene, Berlin, Deutschlan

1997   Irreverencia, Hommage an Reinaldo Arenas, Galerie im Turm, Berlin, Deutschland

           Fugas, Nabuc Gallery, Miami, USA

1996   Mala Jugada, City Hall of West Miami, USA

           Rituales Tierra, Agenda Cuba, Miami, USA

1995  Tiempos, Galerie am Nikolaikirchhof, Leipzig, Deutschland

           De Lo Ritual, Galerie Fiedler, Leipzig, Deutschland

1994   Ecos-Huellas-Estaciones II, Café Maître, Leipzig, Deutschland

           Ecos-Huellas-Estaciones III, Galerie Arver Space, Paris, Frankreich

1993   Ecos-Huellas-Estaciones, Casa del Joven Creador, Cienfuegos, Kuba

           Fuera de espacio, Bibleoteca provincial, Cienfuegos, Kuba


Messebeteiligungen

Scope Art Basel 2011, mbf-kunstprojekte, München

Contemporary Art Ruhr 2010, mbf-kunstprojekte, München

LISTE KÖLN, 17.-22.04.2007, Artbuero Berlin Galerie

Berliner Liste, 30.09.-4.10.2006, Artbuero Berlin Galerie

ART Salzburg, 12.-15.08.2006, Artbüro Berlin Galerie


Gruppenausstellungen

2006   Künstler des Artbüro Berlin zu Gast in Galerie Döbele, Dresden

2004   Künstler aus Berlin, Berliner Kunstprojekt, Berlin, Deutschland

2003   Salidad de emergencia, Kulturzentrum El Palillero, Cádiz, Spanien (Katalog)

2000   Genre Painting, G7 Berlin, Deutschland

1999   Kubanische Künstler in Berlin, Humboldt Universität zu Berlin, Deutschland

1998   Grenzgänge, Galerie Meinblau, Berlin, Deutschland

1997   Three Dimensions, BMCC, New York, USA

1993   Salon enero, Galeria de Cienfuegos, Kuba

           Salon honeaje a Jose Marti, Bibleotexa Provinicial, Cienfuegos, Kuba

           Salon de la Ciudad  174 aniversario, Galeria de Cienfuegos, Kuba

            IV. Salon el mar en la plastica, Museo Naval, Cienfuegos, Kuba

            La abstraccion postmodernaen Cienfuegos, Grau, Cienfuegos, Kuba

            Kunst-Werke-Plagwitz, Elster-Park, Leipzig, Deutschland

1992   Primer Taller internacional de monotipos, Grau Cienfuegos, Kuba

           III. Salon el mar en la plastica, Museo Naval, Cienfuegos, Kuba

           Salon de la ciudad 173 aniversario, Galeria de Cienfuegos, Kuba


Additional information are available on the artist's website at http://www.raul-de-zarate.de